Geschichte

Rennhofen


Rennhofen
Wappen derer von Seckendorff

Rennhofen liegt im Herzen von Mittelfranken und gehört zum Landkreis Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim. Es ist eine von insgesamt 31 Ortschaften von Markt Emskirchen mit insgesamt ca. 115 Einwohnern (Stand: 2012). Es gehört zur Kirchengemeinde Emskirchen im Dekanat Neustadt a. d. Aisch. Rennhofen gehört seit 1972 zur Großgemeinde Emskirchen.

 

Mehr Infos zu Markt Emskirchen unter: www.emskirchen.de

 

 

Das Besondere an Rennhofen ist sein Margaretenfest

 

Am 13. Juli und immer am 13. Juli, egal welcher Wochentag es ist, feiert ganz Rennhofen und nicht nur die, die hier wohnen, nein auch die, die weggezogen sind ihr Margaretenfest. Nein es ist nicht die Kirchweih wie in vielen anderen Dörfern, die ist in Rennhofen erst im Oktober. Das Margaretenfest beginnt immer am Vormittag mit einem Gottesdienst. Früher als Rennhofen noch eine eigene Schule hatte, war an diesem Tag schulfrei. Diese Tradition wird von Generation zu Generation weiter übertragen. Das Margaretenfest geht zurück auf die heute noch bestehende kleine Kirche. Sie ist der heiligen Margarete gewidmet, die als Christin im 4. Jahrhundert in Antiochia den Märtyrertod gestorben ist. Sie wurde gesteinigt und zählt zu den 14 Nothelfern. Die Rennhöfer, die alle evangelisch sind, gedenken am Margaretentag aber weniger der heiligen Margarete, sondern der Stifterin des Gotteshauses, der Margarete von Seckendorff, die von 1429 - 1449 Abtissin des Zisterzienserinnenklosters Birkenfeld, nahe Neustadt/Aisch war. Nach der Sage habe die Äbtissin sich im Wald verlaufen. Nach langem Umherirren sei sie einem Hahnenschrei gefolgt und habe in Rennhofen herausgefunden. Sie habe daraufhin ein Gelübde abgelegt, hier eine Kirche zu bauen. Sie ließ die Kirche 1439 - 1449 errichten. Noch im Jahr 1449 verstarb Margarete und wurde im Kloster von Birkenfeld beigesetzt. Ihr Grabdenkmal ist laut Dr. Funk überliefert, aber nicht mehr vorhanden. Die Bindungen der Margarete zu Rennhofen waren nicht so zufällig, wie es die Sage erwarten läßt. Margarete war nämlich eine geborene Seckendorff-Rinhofen. Sie stammte von Rennhofen ab.

 

Die Seckendorffs waren im 14. und 15. Jahrhundert in Franken weit verbreitet. Nach der Familiengeschichte, dargestellt im neuen Landkreisbuch, existierten 11 Linien, davon leben heute noch die Linien Aberdar in Unternzenn, Gutend in Obernzenn und die Linie Rinhofen. (Wo diese heute leben konnte die Verfasserin dieses Berichtes nicht feststellen.) Außer der Kirche erinnert in Rennhofen nichts mehr an die Herrschaft der Seckendorff. So wie übrigens auch in der Ortschaft Seckendorff bei Cadolzburg, dem Stammsitz der Seckendorffs. Die Seckendorffs waren allzeit treue Anhänger der Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Ansbach. Sie waren in Franken zahlreich verbreitet. Darum der bekannte Spruch aus dem 14. Jahrhundert, wie oben schon erwähnt.

 

Die Seckendorffs hatten hohe Hofämter bei den Burggrafen und auch bei den Kaisern. Daran waren auch die Seckendorffs von Rinhofen maßgeblich beteiligt. Die Burggrafen unterhielten in Rennhofen sogar ein eigenes Vogtamt mit Vogteigericht. Ein Ritter Friedrich von Seckendorff-Rinhofen wurde von Burggraf Friedrich von Nürnberg 1378 zum Landfriedenshauptmann in den burggräflichen Gebieten ernannt. Wilhelm von Seckendorf von Rinhofen wird 1409 als Landritter am kaiserlichen Landgericht zu Nürnberg genannt. Die Vorfahren der Margarete von Seckendorff-Rinhofen, der späteren Abtissin von Kloster Birkenfeld, waren hiernach begüterte und bedeutende Männer aus dem fränkischen Adel.

 

Das Kloster Birkenfeld wurde um 1275 von dem Burggrafen von Nürnberg, Friedrich III von Hohenzollern und seiner Gemahlin Helene, einer Herzogin von Sachsen, gegründet. Das Kloster war für die Töchter des Adels bestimmt. Die Nonnen waren sehr reich. Sie hatten vielfach Leibeigene, eine Rente auf Lebenszeit und konnten sich sogar Dienerinnen halten. Die Arbeiten wurden nicht von den Nonnen, sondern von Laienschwestern und weltlichen Dienstboten verrichtet.

 

Das Kloster war sehr reich. Es hatte große landwirtschaftliche Besitzungen, wie Wälder und es besaß viele Höfe von Windsheim bis Höchstadt und im Steigerwald. Außer von den Burggrafen erhielt es von den Seckendorffs-Rinhofen große Zuwendungen. Die Seckendorff-Rinhofen hatten im Kloster wahrscheinlich auch ein Erbbegräbnis. Es ist daher nicht verwunderlich, daß Margarete von Seckendorff-Rinhofen 1429 zur Äbtissin des Klosters Birkenfeld bestellt wurde. Neben der Margarete von Seckendorff-Rinhofen waren weitere Seckendorffs Äbtissinnen des Klosters, nämlich Dorothea von Seckendorff von 1463-1469 und Margarete von Seckendorff von 15.02.1515. Die Stifterin hatte also genügend finanzielle Mittel, um die Kirche zu errichten.

 

Übrigens war es nicht das erste Gotteshaus, das in der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes 1158 in einem Schutzbrief des Klosters Münchaurach "Rinhofen mit der Capellen und seinen Zugehörungen" aufgeführt wird.

 

Verfasser:

Hermann Fenz, Rennhofen, ✞ 2004